Cat's Taste - Weil Katzen etwas Besonderes sind

Sonntag, 7. Februar 2016

Balkonsicherung für kletterfreudige Stubentiger

Balkonsicherung aus Draht und Aluprofilen


Katzenbesitzer die eine Wohnung mit Balkon ihr eigen nennen, stehen früher oder später vor der Frage, wie sie diesen am besten und einfachsten sichern können, damit ihr Stubentiger nicht mehrere Stockwerke in die Tiefe stürzt.

Auch zu meiner Wohnung gehört ein Balkon, der bis zu Campinos Einzug kaum genutzt wurde. Ich habe mir natürlich schon vor dem Einzug Gedanken gemacht und griff, wie die meisten Katzenbesitzer, auf ein Katzennetz mit Geländerklemmen zurück. Ich bestellte das Netz und die Klemmen des Herstellers Trixie bei Amazon, allerdings ging die Lieferung verloren, sodass Campino einzog und der Balkon ungesichert war.
Glücklicherweise kam mein Katzenmädchen im November zu mir, sodass ich die Balkontür nur zum lüften öffnete oder wenn ich das Katzenklo sauber machen wollte.
Campino musste vorher allerdings immer ins Schlafzimmer gesperrt werden, worüber wir Beide nicht besonders glücklich waren.

Nachdem ich dann die Utensilien endlich erhielt, war ich maßgeblich enttäuscht. Die Klemmen waren wackelig ohne Ende und das Netz hatte nicht das Maß, welches ich bestellt hatte. Sicher war das Ganze Konstrukt in meinen Augen nicht.
Also schickte ich die Sachen wieder zurück und suchte nach einer vernünftigen Alternative. Heraus kamen zwei Spannstangen und ein drahtverstärktes Netz der Firma „Boy“. Nach dem auspacken durfte ich feststellen, dass das gesamte Material einen hochwertigen Eindruck machte. Die Stangen waren schwer und wirkten stabil, das Netz hochwertig und reißfest.
Ich spannte also die Stangen zwischen Decke und Boden und hängte das Netz dazwischen. An den Stangen befestigte ich das Netz mit Kabelbindern und auch die Stangen zurrte ich noch einmal am Balkongeländer mit breiten Kabelbindern fest.
Soweit war also alles in Ordnung, allerdings war mir die Konstruktion doch nicht sicher genug, um Campino alleine auf den Balkon zu lassen. Solange ich mich im Wohn- oder Schlafzimmer aufhielt, durfte sie nach draußen, von dort hatte ich den Balkon bestens im Blick. Sobald ich aber ins Bad ging oder die Wohnung verließ, musste Campino wieder rein kommen.
Für mich war das kein Dauerzustand, im Sommer 2015 erreichte meine Wohnung eine Innentemparatur von fast 40°, Campino lag den größten Teil des Tages schlapp und müde in einer Ecke. Draußen war es zwar noch viel heißer, aber immerhin wehte zwischendurch ein bisschen Wind, sodass man zumindest die Illusion hatte, die Temperatur wäre draußen geringer als drinnen. Ich wollte Campino einfach die Möglichkeit geben den ganzen Sommer draußen zu sein, nachts raus zu gehen und den Balkon immer nutzen zu können, wenn ihr der Sinn danach stünde und es die Außentemperatur zuließe.

Das Problem war und ist, dass Campino für ihr Leben gerne klettert. Mich hat fast der Schlag getroffen, als ich sie eines Tages an der Spannstange hoch klettern sah und ich sie auf halber Höhe von dort abpflücken musste. Auch das Netz wurde später einmal Opfer eines Kletterversuchs.
Also fing ich wieder an zu recherchieren, überlegte welche Lösungen sich anbieten würden.
Zuerst hatte ich geplant eine Firma mit dem Bau eines Drahtgitters zu beauftragen, es gibt zwei Firmen in Wien, die sich darauf spezialisiert haben.
Ich rief beide Firmen an, bat um Termine für Vorgespräche und einen Kostenvoranschlag, hörte dann aber von beiden Firmen nichts mehr.
Nachdem ich nicht der Meinung bin, einer Firma nachlaufen zu müssen, die letztlich mit meinem Auftrag Geld verdienen würde, beschloss ich selbst so ein Gitter zu bauen.
Holz war aus meiner Sicht keine gute Alternative, der Balkon liegt auf der Wetterseite und das hätte bedeutet, alle paar Jahre das gesamte Gitter mit Holzschutz behandeln zu müssen, damit nichts gammelt. Diesen Zusatzaufwand wollte ich vermeiden, außerdem knabbert Campino auch mal gerne an Holzgegenständen und ich möchte nicht, dass meine Katze Späne frisst, die mit irgendwelchen giftigen Substanzen behandelt sind.

Also blieb nur ein Konstrukt aus Alustangen. Allerdings hatte ich überhaupt keine Ahnung wie sowas gebaut wird und welche Materialien man benötigt.
Nach langen Recherchen bin ich schließlich im Bereich „Volierenbau“ gelandet. Der Vorteil ist hier, dass sich viele Leute Außenvolieren für ihre Papageien bauen, diese also auf das Gewicht mehrerer großer Vögel ausgelegt sind und somit auch das Gewicht einer Katze locker aushalten.
Ich beschloss Campino eine Lösung zu bauen, die ich später in einen Klettergarten integrieren könnte, damit sie nach Herzenlust am Gitter rauf und runter toben kann.

Es war gar nicht so einfach herauszufinden welche Aluprofile für ein Katzengitter geeignet sind, welche Steckverbinder, welchen Draht und welche Schrauben man benötigt. Es hat mehrere Monate gedauert, bis ich für alle Materialien einen Lieferanten gefunden hatte und alle Teile geliefert waren.
Der eigentliche Bau des Gitters war nicht kompliziert, aber relativ zeitaufwendig. Ich musste mir vorher auch einiges an Werkzeug kaufen, weil ich weder im Besitz eines Gummihammers, noch einer vernünftigen Zange war.

Aber, nach einem Tag Arbeit, viel Schweiß und Anstrengung war es dann geschafft. Ich habe das Gitter aus zwei Teilen gefertigt, diese sind genauso breit wie der Balkon und jeweils halb so hoch. In der Mitte wurden dann beide Teile zusammen gesteckt und von einem Bekannten an der Balkondecke fest geschraubt. Der Vorteil ist, dass die Verbinder so passgenau in die Alustangen geklopft werden, dass absolut keine Gefahr besteht, es könnte etwas auseinander rutschen. Zusätzlich kann man dann noch Schrauben eindrehen, sodass die Verbinder mit den Stangen fest verschraubt sind. Da wackelt nichts und kann auch nicht auseinander rutschen.

Heute habe ich endlich ein stabiles und sicheres Drahtgitter, an dem Campino so viel klettern kann wie sie will und das im Sommer noch um einen Klettergarten erweitert wird.
Endlich kann ich, sobald es warm genug ist, die Balkontür Tag und Nacht offen lassen, sogar wenn ich die Wohnung verlasse, ohne Angst haben zu müssen, Campino könnte vom Balkon stürzen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Lösung „mit wächst“, ich das Gitter also um weitere Elemente erweitern kann, sollte ich mal in eine Wohnung ziehen, wo der Balkon größer ist oder wo es oben drüber keine Nachbarn gibt, sodass ich auch noch ein „Dach“ für das Schutzgitter benötige.


Kommentare:

  1. Toll ! Du hast dein Drahtgitter sehr gut gebaut ! Für unser Gartengitter hat Claire einen Unternehmen in Genf, der nur in Drahtgitter für Balkonen, Fenster und Garten spezialisiert ist, weil es zu kompliziert für sie war.

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  2. Hallo,
    vielen Dank für das Lob :-)
    Ich muss sagen, ich bin auch ganz stolz auf diese Lösung, hätte vorher nie gedacht, dass ich sowas überhaupt hin kriege (bin handwerklich eher unbegabt). Ich hätte eigentlich auch lieber eine Firma beauftragt, aber die zwei Firmen die zur Auswahl standen waren irgendwie an dem Auftrag nicht interessiert und somit blieb mir nur, es selbst zu versuchen. Bin sehr froh, dass es geklappt hat und finde es super, dass Ihr auch so einen sicheren Garten habt :-)))

    Liebe Grüße
    Charlie

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  3. Danke für diesen Blogbeitrag, der auch meine Erfahrungen mit Netzen und Co widerspiegelt Als ich meinem Vater von diesem Problem erzählte war dessen Ehrgeiz als passionierter Bastler sofort geweckt. Bereits am nächsten Wochenende stattete mein Paps meinen Balkon mit einer ähnlichen Konstruktion als auf Deinen Fotos aus. Jetzt kann auch mein blinder Kater Merlin endlich Wind, Sonne und manchmal auch Regen genießen.

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  4. Liebe Lena!

    Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Ich finde es super, dass Du Dir auch so viele Gedanken um die Sicherheit Deiner Tiger machst :-)
    Leider kommt es immer noch viel zu oft vor, dass Katzen sich im Netz verfangen oder vom Balkon stürzen, weil dieser gar nicht oder unzureichend gesichert ist. Meine Lösung war nicht ganz billig und es hat ewig gedauert, bis ich alle Teile beisammen hatte (ich kenne mich in dem Bereich nicht so aus, welche Schrauben oder welcher Draht richtig ist und musste da lange recherchieren). Aber, ich finde für die Gesundheit der eigenen Tiger sollte einem nichts zu viel sein und man sollte sich immer vor Augen führen, dass man in ein langes Katzenleben investiert, wenn man für eine Balkonsicherung ein paar Euros mehr in die Hand nimmt.
    Bei einem Absturz bezahlt die Katze sonst entweder mit ihrem Leben oder es kommt mitunter zu einem sehr langen Klinikaufenthalt, teuren OP's und noch teureren Reha-Maßnahmen, um das Tier nach einem Sturz wieder auf die Pfoten zu bringen.

    Ganz liebe Grüße
    Charlie

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